Besuch und Vorstellung des Landschaftsparks Am Blauen See
(auf Textlink bzw. Bild klicken => grosses Bild)
Die Geschichte:
Das Siebengebirge ist der Kern eines tertiären Vulkangebietes.
Die Vulkanschmelzen führten zu stofflich und mineralisch verschiedenartig zusammengesetzten Gesteinsarten,
einmal zu Festgestein, den Vulkaniten, zum anderen zu Lockergestein, den Tuffen.
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| Blauer See |
Für unsere engere Heimat aber war mehr als ein halbes Jahrhundert der Basalt der wichtigste Stein. Er wurde
verlangt im Straßen- und Deichbau und eignete sich für Uferbefestigungen sowie als Kleinschlag für alles mögliche.
Nach Einstellung des langjährigen Basaltabbaus hatte sich ein tiefer Krater gebildet, der sich durch Einlauf
unterirdischer Quellen auf ca. 15 Meter Tiefe mit Wasser füllte und eine Fläche von ungefähr 8.000 qm bedeckte.
20 Jahre nach Stilllegung des ausgebauten Steinbruchs wurde das ca.
35.000 qm große Gelände von dem Gartenarchitekten
Heinrich Raderschall entdeckt und naturnah neu gestaltet.
Er begann vor 40 Jahren damit, aus dem Basaltbruch mit seinen Abraumhalden den heute so gepflegten Park anzulegen.
Mächtige Bodenbewegungen waren notwendig, um den Park mit mehreren Terrassenebenen das jetzige Aussehen zu geben.
Im Verlauf von 40 Jahren erzielte er durch ständiges Auslichten und behutsame Neupflanzung ein ausgewogenes
und dennoch spannendes Verhältnis zwischen großzügigen Rasenflächen, Solitärgehölzen und Baumgruppen.
Ein Netz von Wegen verbindet die großzügig angelegten Wiesen.
So entstand im direkten Sichtkontakt zum Siebengebirge in den 60er Jahren ein zum Ortsteil Königswinter-Thomasberg
gehörender Landschaftspark.
Der Park:

Schon am Eingang weist ein
emotionsbetontes Plakat
auf die Gartenleidenschaft seiner neuen Besitzer hin: eine gut gelungene Umsetzung purer Gartenlust - ausgedacht vom
Verband der Experten für Garten und Landschaft, dem der
Gartenfachbetrieb Forster selbstverständlich angehört.
Wir erfuhren bei der äußerst fachkundigen und geschichtsträchtigen
Führung durch das Ehepaar
Petra & August Forster etwas von den
Bestrebungen, Bäumen durch fachmännischen Schnitt die Form zu geben und Sichtachsen im Sinne englischer
Landschaftsparks herzustellen. Diese Arbeiten sollen einerseits die Geschlossenheit der Parkanlage vermitteln,
andererseits aber auch das Licht in die Anlage hineinlassen, Leichtigkeit und zugleich Weite offenbaren sowie
immer wieder mit spektakulären Ausblicken in die umliegende Siebengebirgslandschaft zu überraschen.
Die
bereits in der zweiten Generation im
Garten- und Landschaftsbau tätigen Forsters bekennen sich damit
nachdrücklich zu den von
Fürst Pückler
zusammengetragenen "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei", die insbesondere in Verbindung
mit interessanten Parkevents im Sinne traditioneller, englischer Gartenkultur von
Petra Forster
kreativ umgesetzt wird.
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| Rhododendrons in Hülle und Fülle |
Rund um das auf dem höchsten Punkt liegende Haus wurden immergrüne
Pflanzen angesiedelt. Humusreiche
Flächen zeigen heute einen vielfältigen Bewuchs seltener heimischer Pflanzen und Stauden, während die
steinigen Steilwände und Schotterböschungen nach und nach von Efeu überwuchert werden.
Charakteristisch ist auch das sogenannte
Rhododendron-Tal,
in dem die "Alpenrose" - eine aus ca. 800 Arten bestehende Gattung - besondere Wertschätzung geniesst.
Verschiedenste Sorten entfachen ein Blütenfeuerwerk in faszinierenden Farben vom April bis Juli.
Rhododendren stammen hauptsächlich aus der nördlichen Hemnisphäre. In leicht sauren Böden und schattigen Lagen
fühlen sie sich besonders wohl, wobei die meist einheimischen Gehölze des Parks eine würdige Kulisse bilden.
Die topografischen Gegenbenheit der Park-Anlage bildete an ihren vielen Hängen
im Laufe der Zeit
natürlich entstandenen Wildwuchs heraus, der als Schutzraum für Tiere ideale Voraussetzungen bietet.
Igel, Fuchs, Fischreiher, Enten und eine vielfältige Vogelwelt wissen dies zu schätzen und sind gern gesehene
Gäste am Blauen See.
Fazit: Der Park
"Am Blauen See" ist ein sehenswerter
Landschaftspark, der sich behutsam in das Siebengebirges einbettet. Es war schön, dass wir dieses Kleinod
besichtigen durften - dafür nochmals einen herzlichen Dank an das
sympathische Ehepaar Forster.
Wir sind sicher, das wir irgendwann wiederkommen.
Impressionen unseres Gartenfreundes Hans: (siehe Gruppenbild).
Der
wunderschöne Park am Blauen See wird im Wesentlichen geprägt durch die
einheimische Flora mit
Gehölzen wie
Buche, Eiche, Ahorn, Esche, Hainbuche, Robinie (das klassische Primärgehölz auf Schotter) oder
Lärchen. Sie bilden die Grundausstattung der Anlage.
Darüberhinaus sind jedoch in letzter Zeit auch seltenere
Bäume und Sträucher angepflanzt worden, die aus dendrologischer Sicht beachtenswert sind. Bei der Auswahl der
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| Am Blauen See - Panorama mit Sichtachse Siebengebirge ("Toskanablick") |
Exemplare hat offensichtlich der Aspekt der Farbenvielfalt eine Rolle gespielt. Da ist zum einen die
Amerikanische
Roteiche (Quercus rubra), die mit einer prächtigen Herbstfärbung aus purpur/ rot/orange/gelb aufwartet, oder der
Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) mit quittegelbem Herbstlaub, oder das
spektakuläre Exemplar eines Eisenholzbaums
(parrotia persica) direkt am Eingangsbereich mit vielfarbiger Herbsttönung. Ins Auge fallend auch drei Exemplare
des leider viel zu selten angepflanzten
Judasbaums (Cercis siliquastrum) mit pinkfarbe-ner Blütenpracht vor dem
Blattaus-trieb. Farbanreicherung auch im Winter durch "Möblierung" von immergrünen Sträuchern: In die farbenfrohe
Reihe von
Rhododendron eingegliedert ein besonders üppiges Exemplar der Stranvaesia davidiana (ein weiteres oben an
der Treppe zum See) und gegenüber der seltene
Duftblumenstrauch (Osmanthus heterophyllus).
Bei soviel offenkundigem dendrologischen Fachwissen der Eigentümer
ist sicher zu erwarten, dass noch weitere seltene Bäume und Sträucher integriert werden, sofern diese sich
harmonisch in das Gesamtbild einfügen können. Ins Gespräch kam zum Beispiel der spektakuläre
Taschentuchbaum
(Davidia involucrata), der bereits im
Arboretum Park Härle zu sehen war.
Hans Fischerkoesen
Bildergalerie "Am Blauen See"
für ein großes Bild bitte auf das jeweilige Vorschaubild klicken!
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| Blauer See - der Kratersee |
Blauer See - typische Parkansicht |
Blauer See - Rhododendron-Tal |
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Rhododendren in Blüte
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Kunst im Park - ganzjährige Farbtupfer |
Königswinterer Agenda-Gruppe mit Ehepaar Forster im neuen "Kulturhaus" |
Bilder und Text: AG 2, "Lebensraum Garten & Grün", Hans-Dieter Zeising (hdz), Dr. Hans Fischerkoesen, Mai 2005
Adresse des Landschaftsparks:
Am Blauen See
Am Blauen See 27
53639 Königswinter - Thomasberg

Ansprechpartnerin:
Petra Forster
E-mail:
p.foster@am-blauen-see.de
Internet:
www.am-blauen-see.de