Besuch und Vorstellung des Landschaftsparks Am Blauen See
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    Die Geschichte:
    Das Siebengebirge ist der Kern eines tertiären Vulkangebietes. Die Vulkanschmelzen führten zu stofflich und mineralisch verschiedenartig zusammengesetzten Gesteinsarten, einmal zu Festgestein, den Vulkaniten, zum anderen zu Lockergestein, den Tuffen.
Blauer See im Spiegel (Bild: hdz 05/2004)
Blauer See
Stein Raderschall (Bild: hdz 2005)
Für unsere engere Heimat aber war mehr als ein halbes Jahrhundert der Basalt der wichtigste Stein. Er wurde verlangt im Straßen- und Deichbau und eignete sich für Uferbefestigungen sowie als Kleinschlag für alles mögliche. Nach Einstellung des langjährigen Basaltabbaus hatte sich ein tiefer Krater gebildet, der sich durch Einlauf unterirdischer Quellen auf ca. 15 Meter Tiefe mit Wasser füllte und eine Fläche von ungefähr 8.000 qm bedeckte.
    20 Jahre nach Stilllegung des ausgebauten Steinbruchs wurde das ca. 35.000 qm große Gelände von dem Gartenarchitekten Heinrich Raderschall entdeckt und naturnah neu gestaltet. Er begann vor 40 Jahren damit, aus dem Basaltbruch mit seinen Abraumhalden den heute so gepflegten Park anzulegen. Mächtige Bodenbewegungen waren notwendig, um den Park mit mehreren Terrassenebenen das jetzige Aussehen zu geben. Im Verlauf von 40 Jahren erzielte er durch ständiges Auslichten und behutsame Neupflanzung ein ausgewogenes und dennoch spannendes Verhältnis zwischen großzügigen Rasenflächen, Solitärgehölzen und Baumgruppen. Ein Netz von Wegen verbindet die großzügig angelegten Wiesen.
So entstand im direkten Sichtkontakt zum Siebengebirge in den 60er Jahren ein zum Ortsteil Königswinter-Thomasberg gehörender Landschaftspark.

    Der Park:
Schon am Eingang weist ein emotionsbetontes Plakat auf die Gartenleidenschaft seiner neuen Besitzer hin: eine gut gelungene Umsetzung purer Gartenlust - ausgedacht vom Verband der Experten für Garten und Landschaft, dem der Gartenfachbetrieb Forster selbstverständlich angehört.
    Wir erfuhren bei der äußerst fachkundigen und geschichtsträchtigen Führung durch das Ehepaar Petra & August Forster etwas von den Bestrebungen, Bäumen durch fachmännischen Schnitt die Form zu geben und Sichtachsen im Sinne englischer Landschaftsparks herzustellen. Diese Arbeiten sollen einerseits die Geschlossenheit der Parkanlage vermitteln, andererseits aber auch das Licht in die Anlage hineinlassen, Leichtigkeit und zugleich Weite offenbaren sowie immer wieder mit spektakulären Ausblicken in die umliegende Siebengebirgslandschaft zu überraschen.
    Die bereits in der zweiten Generation im Garten- und Landschaftsbau tätigen Forsters bekennen sich damit nachdrücklich zu den von Fürst Pückler zusammengetragenen "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei", die insbesondere in Verbindung mit interessanten Parkevents im Sinne traditioneller, englischer Gartenkultur von Petra Forster kreativ umgesetzt wird.

Rhododendrons in Hülle und Fülle (Bild: hdz 05/2005)
Rhododendrons in Hülle und Fülle
Rhododendrental - Blauer See (Bild: Forster-Garten)     Rund um das auf dem höchsten Punkt liegende Haus wurden immergrüne Pflanzen angesiedelt. Humusreiche Flächen zeigen heute einen vielfältigen Bewuchs seltener heimischer Pflanzen und Stauden, während die steinigen Steilwände und Schotterböschungen nach und nach von Efeu überwuchert werden.
    Charakteristisch ist auch das sogenannte Rhododendron-Tal, in dem die "Alpenrose" - eine aus ca. 800 Arten bestehende Gattung - besondere Wertschätzung geniesst. Verschiedenste Sorten entfachen ein Blütenfeuerwerk in faszinierenden Farben vom April bis Juli. Rhododendren stammen hauptsächlich aus der nördlichen Hemnisphäre. In leicht sauren Böden und schattigen Lagen fühlen sie sich besonders wohl, wobei die meist einheimischen Gehölze des Parks eine würdige Kulisse bilden.
    Die topografischen Gegenbenheit der Park-Anlage bildete an ihren vielen Hängen im Laufe der Zeit natürlich entstandenen Wildwuchs heraus, der als Schutzraum für Tiere ideale Voraussetzungen bietet. Igel, Fuchs, Fischreiher, Enten und eine vielfältige Vogelwelt wissen dies zu schätzen und sind gern gesehene Gäste am Blauen See.
    Fazit: Der Park "Am Blauen See" ist ein sehenswerter Landschaftspark, der sich behutsam in das Siebengebirges einbettet. Es war schön, dass wir dieses Kleinod besichtigen durften - dafür nochmals einen herzlichen Dank an das sympathische Ehepaar Forster. Wir sind sicher, das wir irgendwann wiederkommen.

    Impressionen unseres Gartenfreundes Hans: (siehe Gruppenbild).
    Der wunderschöne Park am Blauen See wird im Wesentlichen geprägt durch die einheimische Flora mit Gehölzen wie Buche, Eiche, Ahorn, Esche, Hainbuche, Robinie (das klassische Primärgehölz auf Schotter) oder Lärchen. Sie bilden die Grundausstattung der Anlage.
    Darüberhinaus sind jedoch in letzter Zeit auch seltenere Bäume und Sträucher angepflanzt worden, die aus dendrologischer Sicht beachtenswert sind. Bei der Auswahl der
Panorama mit Sichtachse Siebengebirge (Bild: hdz 05/2005)
Am Blauen See - Panorama mit Sichtachse Siebengebirge ("Toskanablick")
Exemplare hat offensichtlich der Aspekt der Farbenvielfalt eine Rolle gespielt. Da ist zum einen die Amerikanische Roteiche (Quercus rubra), die mit einer prächtigen Herbstfärbung aus purpur/ rot/orange/gelb aufwartet, oder der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) mit quittegelbem Herbstlaub, oder das spektakuläre Exemplar eines Eisenholzbaums (parrotia persica) direkt am Eingangsbereich mit vielfarbiger Herbsttönung. Ins Auge fallend auch drei Exemplare des leider viel zu selten angepflanzten Judasbaums (Cercis siliquastrum) mit pinkfarbe-ner Blütenpracht vor dem Blattaus-trieb. Farbanreicherung auch im Winter durch "Möblierung" von immergrünen Sträuchern: In die farbenfrohe Reihe von Rhododendron eingegliedert ein besonders üppiges Exemplar der Stranvaesia davidiana (ein weiteres oben an der Treppe zum See) und gegenüber der seltene Duftblumenstrauch (Osmanthus heterophyllus).
    Bei soviel offenkundigem dendrologischen Fachwissen der Eigentümer ist sicher zu erwarten, dass noch weitere seltene Bäume und Sträucher integriert werden, sofern diese sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen können. Ins Gespräch kam zum Beispiel der spektakuläre Taschentuchbaum (Davidia involucrata), der bereits im Arboretum Park Härle zu sehen war.
    Hans Fischerkoesen

Bildergalerie "Am Blauen See"
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Blauer See - der Kratersee Blauer See - typische Parkansicht Blauer See - Rhododendron-Tal

Rhododendren in Blüte
Kunst im Park - ganzjährige Farbtupfer Königswinterer Agenda-Gruppe mit Ehepaar Forster im neuen "Kulturhaus"



Bilder und Text: AG 2, "Lebensraum Garten & Grün", Hans-Dieter Zeising (hdz), Dr. Hans Fischerkoesen, Mai 2005


Adresse des Landschaftsparks:
Am Blauen See
Am Blauen See 27
53639 Königswinter - Thomasberg

  Ansprechpartnerin: Petra Forster
  E-mail: p.foster@am-blauen-see.de    Internet: www.am-blauen-see.de